Wann ein Speicher nicht die richtige Antwort ist
Die Frage kommt fast immer im gleichen Satz: Wie gross soll der Speicher sein? Selten kommt sie in der Form, die weiterhilft, nämlich ob es überhaupt einer sein muss.
Ein Batteriespeicher rechnet sich über die Differenz zwischen dem Strom, den Sie einkaufen, und dem, den Sie für die Einspeisung vergütet bekommen. Je grösser diese Differenz, desto eher lohnt sich die Investition. Dazu kommt die Frage, wie viel Strom überhaupt übrig bleibt, und die hängt weniger an der Anlage auf dem Dach als am Verbrauchsprofil im Haus.
Wenn tagsüber niemand zu Hause ist und die Wärmepumpe im Sommer nur Warmwasser macht, sieht die Rechnung anders aus als bei einer Familie mit Homeoffice und zwei Elektroautos. [Bei einem Einfamilienhaus im Kanton Bern lag der Eigenverbrauch ohne Speicher bei X Prozent, mit Speicher bei Y Prozent.] Der Unterschied klingt nach viel, bis man ihn mit den Kosten und der zu erwartenden Lebensdauer verrechnet.
Es gibt Fälle, in denen ein Speicher offensichtlich sinnvoll ist. Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch mit mehreren Parteien gehört dazu, ebenso eine gewerbliche Liegenschaft mit Lastspitzen, oder eine Situation, in der Versorgungssicherheit für Sie einen eigenen Wert hat, unabhängig von der Amortisation. Das ist ein legitimer Grund, er muss nur ausgesprochen werden.
Und es gibt die Fälle dazwischen, in denen der gleiche Betrag mehr bringt, wenn er woanders landet. In einer sauber eingestellten Heizkurve, in einer durchdachten Warmwasserladung zur Mittagszeit, in einem hydraulischen Abgleich, oder schlicht in einigen Quadratmetern mehr auf dem Dach. Das ist unattraktiver als ein Gerät im Keller, das man anfassen kann. Es wirkt dafür sofort und braucht keinen Ersatz nach fünfzehn Jahren.
Ich sage das als jemand, der mit dieser Technik sein Geld verdient. Genau deshalb sage ich es.
Welche Zahlen es für diese Entscheidung überhaupt braucht, ist der Stoff für einen eigenen Beitrag.